Das Magazin für
Kopf und Bauch

Das Magazin für
Kopf und Bauch

Bioboom-94-BioKlassiker-Rapunzel

Bio-Klas­si­ker Rapun­zel
Das Süße (Bio-)Leben

Wir befinden uns in den 1980er Jahren. Die deutsche Bio-Szene beginnt langsam zu wachsen, doch noch ist Naturkost, wie das damals hieß, die Domäne weniger Menschen, die sich nicht nur alternativ ­ernähren, sondern auch alternativ leben wollen, im Einklang mit Umwelt und Natur.
Bioboom Bio-Klassiker Rapunzels Nirwana Schokolade
Bioboom Bio-Klassiker Rapunzels Nirwana Schokolade

Siehe auch:

Siehe auch:

Ent­spre­chend voll­wer­tig war das Sor­ti­ment der ers­ten Läden: Kör­ner fürs Frisch­korn­müs­li und selbst­ge­ba­cke­nes Brot, regio­nales Obst und Gemü­se … Süßig­keiten? Fehl­an­zei­ge. Tro­cken­obst, Honig und even­tu­ell etwas Rohr­zu­cker. Dog­ma­tisch? Jawohl.

 

Rea­lis­tisch? Nun ja … Rapun­zel-Grün­der Joseph Wil­helm leb­te zu jener Zeit mit sei­ner Fami­lie auf einem Hof im All­gäu, hat­te Kin­der, die eben genau wie alle ande­ren ger­ne mal was Süßes woll­ten. Und so ent­stand die – damals wirk­lich küh­ne – Idee: Könn­te man nicht ganz viel­leicht doch eine Scho­ko­la­de her­stel­len, die lecker und süß wäre und ja, auch Zucker ent­hal­ten wür­de, aber eben gute, natür­li­che, öko­lo­gisch ange­bau­te Zuta­ten? Und so bestimmt eine Men­ge Leu­te glück­lich machen?

 

Bio-Voll­rohr­zu­cker bezog Rapun­zel bereits aus Brasi­lien, Hasel­nüs­se aus Sizi­li­en und Bio-Milch aus dem All­gäu. Bio-Kakao und ‑Kakao­but­ter? Tja, die gab es schlicht­weg nicht. Joseph Wil­helm leis­tet Pio­nier­ar­beit und über­zeugt eine boli­via­ni­sche Koope­ra­ti­ve, es mit öko­lo­gi­schem Kakao­an­bau zu pro­bie­ren (übri­gens gleich­zei­tig der Impuls für das Rapun­zel Fair­han­dels-Pro­gramm Hand in Hand). In der Schweiz, ­bekannt für gute Scho­ko­la­de, fand sich eine traditions­reiche Scho­ko­la­den­ma­nu­fak­tur, die bereit war, sich auf das Aben­teu­er Bio-Scho­ko­la­de einzulassen.

 

Bioboom Ausgabe 94 Bio-Klassiker Nirwana Schokolade

 

Und dann war es soweit: Am 26. Janu­ar 1987 wur­de die ers­te Bio-Scho­ko­la­de nach ­Legau gelie­fert. Vier Sor­ten gab es zum Start: Voll­milch, Zart­bit­ter, Krach­nuss und eine fei­ne Milch­scho­ko­la­de mit zart­schmel­zen­der Pra­li­né-Fül­lung, die von den Rapun­zels sehr pas­send Nir­wa­na getauft wur­de – alle vier bis heu­te im Sor­ti­ment. Wie erwar­tet: Die eige­nen Kin­der, das Rapun­zel-Team, Freund:innen waren begeis­tert, der Natur­­kost-Han­del reagier­te teil­wei­se reser­viert. Amü­siert erin­nern sich eini­ge Branchen­pioniere, man­che Läden hät­ten die Scho­ki qua­si heim­lich unter der Laden­the­ke ver­kauft. Eine aus heu­ti­ger Sicht kurio­se, aber ­vor­über­ge­hen­de Epi­so­de: Heu­te bie­tet ­Rapun­zel 36 ver­schie­de­ne fai­re Bio-Scho­ko­la­den an, dar­un­ter auch eine vega­ne und eine dunk­le Vari­an­te der klas­si­schen Nirwana-Schokolade.

 

Fotos: © Rapunzel

· rapunzel.de

 

Die­ser Bei­trag erschien in Aus­ga­be 94 — Früh­jahr 2022

Bioboom Frühjahresausgabe Cover Nr. 94

Die Bio-Klas­si­ker

In unse­rer neu­en Rubrik stö­bern wir für Euch Bio-Klas­si­ker auf: Pro­duk­te, die es seit min­des­tens zwan­zig Jah­ren gibt.
Wo sich – logisch – das ­Eti­kett mit den Zei­ten ver­än­dert hat, aber nicht das Rezept und die Zuta­ten. Die damals wie heu­te ein­fach gut sind, so wie sie sind und mitt­ler­wei­le schon der zwei­ten oder gar drit­ten Genera­ti­on schmecken.

Übri­gens: Wenn Ihr so einen Favo­ri­ten habt, dann sagt uns ger­ne Bescheid und schickt uns eine nach­richt über das kon­takt­for­mu­lar. WIr freu­en uns drauf!

Weiterlesen

Das könnte dir auch gefallen
Bioboom Magazin – Ernährungssicherheit vs. Nachhaltigkeit – Konstruierter Widerspruch
Hintergrund

Kon­stru­ier­ter Wider­spruch
Ernäh­rungs­si­cher­heit vs. Nachhaltigkeit

Der Ukrai­ne-Krieg zeigt erneut die Abhän­gig­keit und Anfäl­lig­keit inter­na­tio­na­ler Lie­fer­ket­ten. Kaum hat­te er begon­nen, wur­den bereits For­de­run­gen laut, Kli­ma­schutz- und Nach­hal­tig­keits­zie­le in der euro­päi­schen Land­wirt­schaft zurück­zu­stel­len: Schließ­lich gin­ge es um Ernäh­rungs­sou­ve­rä­ni­tät und ‑sicher­heit. Aber: Schließt das eine das ande­re wirk­lich aus?

Tauschen, teilen selber machen
Gut leben

Da geht noch was!
Tau­schen, tei­len, sel­ber machen

Kann ich das aus­lei­hen? Lässt sich das repa­rie­ren? Muss ich das bestel­len oder krie­ge ich es vor Ort? Digi­tal oder Ana­log? Brau­che ich das wirk­lich? – Mög­lich­kei­ten umwelt­be­wuss­ter und nach­hal­ti­ger zu Leben und die vor­han­de­nen Res­sour­cen zu nut­zen gibt es vie­le. Wir haben euch eini­ge Denk­an­stö­ße zusammengestellt.