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Frucht­säf­te
Aus­ge­quetscht

Saft bewusst einkaufen und genießen — Ob Orange, Apfel oder Multi: Saft ist teuer geworden. Während konventionelle Unternehmen auf billige Alternativen setzen, dominieren im Bio-Markt hochwertige Säfte.
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Durch­schnittl­lich 26 Liter Frucht­saft und Frucht­nek­tar kon­su­mier­te jeder Mensch in Deutsch­land 2023. Damit liegt Deutsch­land im Ver­brauch welt­weit an der Spit­ze. Die Viel­falt ist rie­sig: Selbst Gemü­se und Gewür­ze wie Ing­wer oder Kur­ku­ma sind hier­zu­lan­de vor der Saft­pres­se nicht sicher. Die Favo­ri­ten blei­ben aber Orangen‑, Apfel- und Mul­ti­vit­amin­saft. Aller­dings: Die Prei­se sind in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ordent­lich gestie­gen, so ist der Früh­stücks-Klas­si­ker Oran­gen­saft heut­zu­ta­ge 30 Pro­zent teu­rer als noch vor zwei Jah­ren — und ein Ende der Preis­spi­ra­le ist nicht in Sicht.

 

Weni­ger Obst heißt weni­ger Saft

 

So gibt es beim Oran­gen­saft Ern­te­aus­fäl­le im wich­ti­gen Anbau­land Bra­si­li­en: Gro­ße Hit­ze, ver­bun­den mit Was­ser­man­gel und die Pflan­zen­krank­heit Citrus Gree­ning führ­ten zu Ver­knap­pung und damit stei­gen­den Prei­sen. Aber auch in Deutsch­land sah es nicht rosig aus: Äpfel, Johan­nis­bee­ren oder Rha­bar­ber waren am Markt knapp. Der Kli­ma­wan­del wer­de dazu füh­ren, dass in Euro­pa lang­fris­tig weni­ger Obst pro­du­ziert wer­de, so die Agrar­markt Infor­ma­ti­ons-Gesell­schaft (AMI).

 

Saft wird Luxusgut

 

Für Hersteller:innen und Verbraucher:innen stellt sich ange­sichts der Ent­wick­lung die Fra­ge: Was tun? Im Bio-Markt domi­nie­ren hoch­wer­ti­ge Säf­te aus 100 Pro­zent Frucht das Ange­bot. Und natür­lich wer­den genau die­se Pro­duk­te teu­rer: »Sogar teu­rer als Sekt«, wie die Schwä­bi­sche Zei­tung jüngst erschro­cken mit­teil­te und »schwe­re Zei­ten am Früh­stücks­tisch« pro­gnos­ti­zier­te. Klar, bei Prei­sen von über 4,00 Euro für eine Fla­sche Direkt­saft kann einem die lecke­re Flüs­sig­keit schon mal im Hal­se ste­cken blei­ben. Ein mög­li­cher Aus­weg: Nek­tar statt Saft.

 

Was­ser und Zucker als Ausweg

 

»Eine (…) Mög­lich­keit stellt die Anpas­sung des Pro­dukt­sor­ti­ments dar, indem bei­spiels­wei­se durch die Redu­zie­rung des Frucht­saft­an­teils die Pro­dukt­aus­wahl um güns­ti­ge­re Alter­na­ti­ven erwei­tert wird“, schlägt der Ver­band der Deut­schen Frucht­saft-Indus­trie vor. Denn schließ­lich kennt die Ver­ord­nung über Frucht­saft, Frucht­nek­tar und kof­fe­in­hal­ti­ge Erfri­schungs­ge­trän­ke, lie­be­voll als FrSaf­tEr­frisch­Ge­trV abge­kürzt, ja auch noch wei­te­re Pro­duk­te, nament­lich den Nek­tar: Der soll eigent­lich aus Früch­ten her­ge­stellt wer­den, die als purer Saft zu sau­er oder zu dick­flüs­sig wären, wie Sau­er­kir­sche, Rha­bar­ber, schwar­ze Johan­nis­bee­re, Bana­ne und Man­go. Ein Nek­tar ent­hält je nach Frucht­art nur 25 bis 50 Pro­zent Frucht, hin­zu kommt Was­ser und in den meis­ten Fäl­len Zucker. Jeden­falls, eine kon­ven­tio­nel­le Mar­ke setz­te die Emp­feh­lung direkt um und hal­bier­te den Saft­an­teil eines eta­blier­ten Oran­gen­safts um die Hälf­te — der Preis blieb aller­dings gleich. Dafür kas­sier­te das Unter­neh­men die unschö­ne Aus­zeich­nung »Mogel­pa­ckung des Jah­res 2024«. Es kon­ter­te mit der Anmer­kung, dass immer­hin über 40 Pro­zent des deut­schen Saft­markts von Nek­tare und Frucht­saft­ge­trän­ken aus­ge­macht wür­den und die­se von den Verbraucher:innen gut ange­nom­men wür­den. Aber zurück zu uns, die wir vorm Regal ste­hen, und der Fra­ge: Was tun?

 

Lebens­mit­tel, nicht Durstlöscher

 

Bei der Fra­ge, ob und wie­viel Platz Saft in unse­rer Ernäh­rung haben soll, hilft die Ein­ord­nung der Deut­schen Gesell­schaft für Ernäh­rung (DGE): Die betrach­tet rei­ne Säf­te näm­lich nicht als Getränk, son­dern als pflanz­li­che Lebens­mit­tel. Das liegt an ihrer hohen Nähr­stoff­dich­te, nament­lich dem Zucker­ge­halt. Denn Säf­te sind viel natür­lich kon­zen­trier­ter (und damit süßer und kalo­rien­rei­cher) als eine gan­ze Frucht, die gleich­zei­tig auch noch jede Men­ge Bal­last­stof­fe lie­fert. Auf der ande­ren Sei­te: Unter­wegs oder wenn es hek­tisch ist, kann eine Por­ti­on Saft auch laut der stren­gen DGE durch­aus eine der emp­foh­le­nen fünf Por­tio­nen Obst und Gemü­se täg­lich ersetzen.

 

Apfel­saft oder Cola

 

Die­je­ni­gen, die Saft grund­sätz­lich kri­tisch sehen, machen das vor allem am hohen Zucker­ge­halt fest. Schließ­lich ent­hal­te ein Liter Apfel­saft so viel Zucker wie ein Liter Cola und das sei vie­len Men­schen nicht bewusst. Auf der ande­ren Sei­te: Apfel­saft ent­hält weder Kof­fe­in, noch Pho­spon­säu­re oder Aro­men und wird, anders als Cola, häu­fig mit Was­ser ver­dünnt getrunken.

 

Genuss­vol­les Extra

 

Die Ent­schei­dung, ob und wie­viel des flüs­si­gen Lebens­mit­tels in Eure Ernäh­rung passt, liegt bei Euch. Was Ange­bots­viel­falt und Klar­heit angeht, machen es Euch die Bio-Mos­te­rei­en jeden­falls leicht: Sie dekla­rie­ren meist schon auf der Front deut­lich, was drin steckt – und die hoch­wer­ti­gen Bio-Direkt­säf­te domi­nie­ren nach wie vor das Ange­bot. Und das, obwohl selbst­ver­ständ­lich auch die Bio-Unter­neh­men den Markt­druck spü­ren und Prei­se erhö­hen müs­sen. Dafür bie­ten sie aber auch soli­de Mehr­wer­te, die über Geschmack und Qua­li­tät ihrer Pro­duk­te hin­aus­ge­hen: Sie enga­gie­ren sich für Bio-Diver­si­tät, samen­fes­te Sor­ten und Streu­obst­wie­sen, um nur eini­ge Bei­spie­le zu nen­nen. Und wir genie­ßen Bio-Saft als genuss­vol­les Extra und hoch­wer­ti­ges Lebensmittel.

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