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Lip­pen­pfle­ge
Lächelnd durch den Winter

Was auf die Lippen kommt, wird früher oder später abgeleckt und verschluckt. Damit ist eigentlich schon klar, dass gerade beim Thema Lippenpflege Naturkosmetik die Nase vorn hat.
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Käl­te, Näs­se, Wind — Herbst und Win­ter sind für die zar­te Haut der Lip­pen eine unge­müt­li­che Jah­res­zeit. Kein Wun­der, dass selbst Men­schen, die kei­ne ela­bo­rier­ten Kos­me­tik­rou­ti­nen pfle­gen, jetzt das Haus nicht mehr ohne Lip­pen­pfle­ge in der Tasche ver­las­sen mögen.

 

Lip­pen­haut ist schutzlos

Aber war­um sind es eigent­lich gera­de die Lip­pen, die als ers­tes extrem tro­cken, rau und ris­sig wer­den? Man sieht es schon an der roten Far­be, die sie von der übri­gen Gesichts­haut unter­schei­det: Die Lip­pen­haut ist kei­ne Haut wie jede ande­re. Sie ist deut­lich dün­ner. Und wäh­rend die Haut am übri­gen Kör­per mit den Talg­drü­sen schüt­zen­des Haut­fett und damit qua­si ihre eige­ne Pfle­ge pro­du­ziert, haben die Lip­pen kei­ner­lei Talg­drü­sen, auch Schwit­zen kön­nen sie nicht. Mela­no­zy­ten, also die Haut­zel­len, die Pig­men­te pro­du­zie­ren, die die Haut vor Son­ne schüt­zen, haben die Lip­pen auch nicht zu bieten.

Kurz, die zar­te Lip­pen­haut hat kei­ne Chan­ce, sich selbst zu schüt­zen und zu regu­lie­ren, sie braucht pfle­gen­de Unter­stüt­zung. Die nahe­lie­gends­te Lösung funk­tio­niert übri­gens nicht: Wenn man die Lip­pen mit der Zun­ge befeuch­tet, ver­duns­tet die Feuch­tig­keit sofort und die Lip­pen span­nen noch mehr. Tro­cke­ne ris­si­ge Lip­pen sind auch des­we­gen beson­ders unan­ge­nehm, denn was Ner­ven­zel­len angeht, sind die Lip­pen nicht zu kurz gekom­men, im Gegen­teil. Die sind hier sogar beson­ders zahl­reich und machen die Lip­pen zu einem beson­ders sen­si­blen Teil des Sin­nes­or­gans Haut.

 

Von den Lip­pen in den Körper

Eine gute Lip­pen­pfle­ge macht also rund ums Jahr, beson­ders aber im Win­ter Sinn. Sie soll dafür sor­gen, dass die zar­te Haut geschmei­dig ist, sich gut anfühlt und gut aus­sieht. Und: Bekömm­lich soll­te sie sein. Denn wäh­rend Haut­pfle­ge­pro­duk­te nor­ma­ler­wei­se nicht die Haut­bar­rie­re durch­drin­gen, gelangt alles, was auf die Lip­pen kommt, unwei­ger­lich auch in den Kör­per: wenn wir essen, trin­ken, die Lip­pen lecken. Wer täg­lich Lip­pen­pfle­ge ver­wen­det, ver­speist pro Jahr unge­fähr 20 Gramm Pro­dukt, das ent­spricht vier Lip­pen­pfle­ge­stif­ten à fünf Gramm.

 

Lie­ber nicht: Mine­ral­öle und Co.

Was man im Zwei­fels­fal­le nicht essen wol­len wür­de, hat also auch in der Lip­pen­pfle­ge nichts zu suchen: Zum Bei­spiel Inhalts­stof­fe, die auf Mine­ral­öl basie­ren. Abge­se­hen davon, dass sie nicht nach­hal­tig pfle­gen, kön­nen sie auch kri­ti­sche Bestand­tei­le ent­hal­ten, zum Bei­spiel MOSH (Mine­ral oil satu­ra­ted hydro­car­bons) oder MOAH (Mine­ral oil aro­ma­tic hydro­car­bons). Die­se Sub­stan­zen ste­hen in Ver­dacht, poten­zi­ell das Erb­gut von Zel­len ver­än­dern und krebs­er­re­gend sein zu köni­nen. Auch syn­the­ti­sche Farb‑, Duft- und Kon­ser­vie­rungs­stof­fe sind kei­ne appe­tit­li­chen Bestandteile.

 

Her damit: Pflan­zen­öle und natür­li­che Tönung

In der Natur­kos­me­tik sind es vor allem natür­li­che Pflan­zen­öle wie Mandel‑, Oli­ven- und Jojob­a­öl, Shea- und Kakao­but­ter, Wach­se wie Can­del­li­la- oder Car­nau­ba­wachs, die für inten­si­ve Pfle­ge sor­gen — und auch ruhig abge­leckt wer­den dür­fen. Aro­men aus der Natur wie Vanil­le und Kokos oder ech­te äthe­ri­sche Öle sor­gen für ange­neh­men Duft. Lip­pen­pfle­ge geht übri­gens gut mit einem Hauch von Far­be zusam­men. Auch hier könnt ihr bei Natur­kos­me­tik sicher sein, dass pro­ble­ma­ti­sche Farb­pig­men­te außen vor blei­ben. Tipp für Veganer:innen: Bestand­tei­le wie Bie­nen­wachs, Honig oder auch der Farb­stoff Car­mi­ne sind natür­lich, aber tie­ri­schen Ursprungs – also zu als vegan dekla­rier­ten Pro­duk­ten grei­fen oder einen Blick auf die Zuta­ten­lis­te werfen.

 

Anti-Aging für die Lippen

Lei­der sind auch unse­re Lip­pen nicht immun gegen den unauf­halt­sa­men Lauf der Zeit. Mit zuneh­men­dem Alter wer­den sie dün­ner, blas­ser und wir­ken weni­ger voll. Das liegt dar­an, dass wich­ti­ge Haut­be­stand­tei­le wie Kol­la­gen und Elas­tin zurück­ge­hen. Wer der Lip­pen­haut geziel­te Anti-Aging Pfle­ge gön­nen möch­te, fin­det im Natur­kos­me­tik-Regal Mas­ken und Cremes für die Lip­pen, die auf Inhalts­stof­fe wie Hyalu­ron und Pep­ti­de setzen.

Ob Uni­ver­sal­stift für jede Lebens­la­ge, Pfle­ge und Far­be in eins oder wirk­stoff­rei­che Spe­zi­al­pfle­ge, ob Stift, Tie­gel oder Gloss: Das Ange­bot an Lip­pen­pfle­ge, die als zer­ti­fi­zier­te Natur­kos­me­tik punk­ten kann, ist rie­sig. Die Band­brei­te der Inhalts­stof­fe und Düf­te ist eben­falls enorm — Euch bleibt die ange­neh­me Her­aus­for­de­rung, Euer per­sön­li­ches Lieb­lings­pro­dukt zu finden.

 


Lese­emp­feh­lung zum The­ma: Gesichts­pfle­ge → Gesicht wahren


 

Die­ser Bei­trag erschien in Aus­ga­be 113 — Win­ter 2026

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