Eine Frage klären wir vorab: Gehört eine Tagespflege mit UV-Schutz wirklich zur täglichen Skincare-Routine oder ist sie ein Nice-to-have? Die Argumente für den täglichen Schutzschirm überwiegen: Denn UV-Strahlung ist rund ums Jahr immer da.
Sie kommt auch durch Fensterscheiben im Büro oder Auto. Und das Gesicht ist der Teil unseres Körpers, den wir wirklich Tag für Tag der Welt zeigen. Selbst bei erklärten Indoor-Fans kommt da im Laufe eines Lebens eine Menge UV-Strahlung zusammen. Und die ist nicht freundlich zur Haut: Die langwelligen UVA-Strahlen führen dazu, dass in der Haut freie Radikale gebildet werden, die wiederum die hauteigenen Kollagene angreifen. UVB-Strahlen sind kurzwellig und hauptverantwortlich für Sonnenbrände. Hautkrebs begünstigen sie beide. Also greifen wir zum Sonnenschutz — aber welchem?
Chemisch-synthetischer Lichtschutz: Wirksam, aber umstritten
Wenn es um kosmetische UV-Filter geht, unterscheidet man zwischen chemisch-synthetischem und mineralischem Lichtschutz. Die chemisch-synthetischen Lichtschutzfilter, die in der konventionellen Kosmetik verwenden werden, dringen in die Haut ein. Dort absorbieren sie die UV-Strahlung und wandeln sie in Wärme um. Das funktioniert — doch lassen sich die Substanzen im Blut genauso nachweisen wie in der Muttermilch. Etliche von ihnen stehen zudem unter Verdacht, im Körper wie Hormone zu wirken. Außerdem enthalten Produkte mit synthetischen Lichtschutzfaktoren oft auch Emulgatoren wie zum Beispiel PEG-Verbindungen, die die Haut durchlässiger machen können — also erst recht nichts, was man täglich auf der empfindlichen Gesichtshaut haben möchte.
Mineralischer Lichtschutz: Der natürliche
Naturkosmetik bietet eine Alternative: Dort wird ausschließlich der sogenannte mineralische Lichtschutz verwendet. Der funktioniert super und zwar nach einem ganz anderen Prinzip: Fein vermahlene mineralische Pigmente aus Titandioxid und/oder Zinkoxid legen sich auf die Haut und reflektieren das Licht wie Mini-Spiegel. Der naturkosmetische Sonnenschutz der ersten Generation war noch recht gewöhnungsbedürftig, zäh und weißelnd. Das ist längst Geschichte: Moderne Cremes und Fluids ziehen leicht ein, lassen sich gut verteilen und sind unsichtbar auf der Haut. Das liegt daran, dass die Pigmentteilchen im Laufe der Zeit immer kleiner wurden — bis hin zu Nanopartikeln.
Nano-Filter: Erlaubt, aber in der Praxis selten
Laut EU-Kosmetikverordnung müssen diese deklariert werden, wenn mehr als die Hälfte der verwendeten Pigmente in einer Größe zwischen 1 und 100 Nanometern liegen. Es findet sich dann der Zusatz »(nano)« hinter dem entsprechenden Inhaltsstoff. Obwohl sie dürften, verwenden die meisten Naturkosmetikunternehmen keine Nanoteilchen, stattdessen setzen sie Ummantelungen oder zusätzliche Tönungen ein, um den Lichtschutz möglichst unsichtbar zu machen.
Leicht, feuchtigkeitsspendend, getönt: Schutzengel fürs Gesicht
So weit, so gut: Aber braucht man eigentlich wirklich eine spezielle Creme fürs Gesicht? Denn eigentlich schützt jedes Produkt, dass Ihr gut vertragt, das Gesicht genauso gut wie zum Beispiel den Rücken. Aber gerade, wenn es darum geht, das Gesicht täglich zu schützen, ist ein Spezialprodukt fürs Gesicht vielleicht doch angenehmer. Die Konsistenz ist in der Regel leichter, sodass es ohne Zerren und Ziehen aufzutragen ist. Es gibt Fluids, die unter dem Make-up aufgetragen werden oder getönte Produkte, die eine entsprechende Tagescreme ersetzen können. Außer zuverlässigem UV-Schutz liefern die naturkosmetischen Schutzengel fürs Gesicht jede Menge zusätzliche Wirkstoffe, die Feuchtigkeit spenden und pflegen, wie zum Beispiel Aloe-Extrakt oder Hyaluronsäure, sowie pflanzliche Öle etwa wie Sesam- oder Jojobaöl.
Übrigens: Viele Pflanzenöle, die in Naturkosmetik eingesetzt werden, bringen von Natur aus ebenfalls einen leichten natürlichen Lichtschutz. Einen ordentlichen Sonnenschutz können sie pur angewendet aber nicht ersetzen: Ihr LSF ist nicht nur nicht hoch genug, er unterliegt auch natürlichen Schwankungen. Und noch ein Tipp: Aktuelle Tests können bei der Kaufentscheidung unterstützen, unterscheiden aber oft nicht, ob es sich um mineralische oder chemisch-synthetische Produkte handelt, deshalb achtet darauf, dass es sich um zertifizierte Naturkosmetik wie zum Beispiel Natrue, COSMOS oder NCP handelt.
Täglicher Sonnenschutz fürs Gesicht ist eine wichtige und sinnvolle Routine für die Hautgesundheit — mit echter Naturkosmetik schützt Ihr Eure Haut wirksam und verträglich.





