Das Magazin für
Kopf und Bauch

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Nachhaltig Grillen

Drauf, drun­ter und drum­her­um
Nach­hal­tig Grillen

In Gärten, auf Balkonen und Terrassen. In Kleingartenkolonien und Parks, an Seeufern und sogar auf ­Parkplätzen: Wir sind eine Nation von Grill-Fans.
Nachhaltig Grillen – Bioboom 83
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Nach­hal­tig Grillen" alt="Nachhaltig Grillen – Bioboom 83" />

Siehe auch:

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Rund 95,8 Pro­zent der Deut­schen gril­len ger­ne, teilt das Por­tal statista.de wenig über­ra­schend mit. Deckungs­gleich mit der sub­jek­ti­ven Wahr­neh­mung in die­sem Früh­som­mer sind auch wei­te­re Ergeb­nis­se des Sta­tis­tik­por­tals: Das belieb­tes­te Grill­gut sind unan­ge­tas­tet Fleisch und Wurst, gegrillt wird am liebs­ten ganz klas­sisch mit Holzkohle.

 

Immer­hin: Das Kli­schee, dass die Män­ner am Grill ste­hen und die Frau­en die Bei­la­gen zube­rei­ten, scheint nicht (mehr) zu stim­men: Ihm stimm­ten nur 35 Pro­zent der Befrag­ten zu. Fest steht: Gril­len ist in der wär­me­ren Jah­res­hälf­te (ja, wir wis­sen, es gibt auch Hard­core-Weih­nachts­gril­ler) so etwas wie ein gesamt­ge­sell­schaft­li­ches Phä­no­men. Grund genug, zu schau­en, ob und wie das auch nachhaltig(er) geht.

 

Drauf – Pflan­ze und Fleisch

 

Egal, wie kom­pe­tent die Grill­meis­te­rin­nen oder ‑meis­ter sind, oder wie edel das Modell: Bil­lig­fleisch auf dem Rost ist kein Genuss für Mensch und Umwelt. Also, lie­ber weni­ger und Bio. Immer häu­fi­ger scha­ren sich Vege­ta­ri­er und Vega­ner um den Grill. Das ist nicht nur nach­hal­tig, son­dern eröff­net allen Betei­lig­ten neue kuli­na­ri­sche Mög­lich­kei­ten – ob Käse, Flei­sch­al­ter­na­ti­ve aus Soja oder Lupi­ne, Gemü­se oder sogar Obst: Es gibt kaum etwas, das sich nicht gril­len lie­ße – in Ihrem Bio-Laden gibt’s reich­lich Inspi­ra­ti­on, eben­so wie Ketch­up, Bier, Grill­so­ße und alles, was man sonst noch so für ein Grill­ge­la­ge benö­tigt – eigent­lich klar, des­halb machen wir es kurz mit dem ›drauf‹.

 

Drun­ter – ›Ille­ga­le Wald­zer­stö­rung im Sack‹

 

Ein paar mehr Wor­te möch­ten wir zum The­ma ›drun­ter‹ ver­lie­ren: 250.000 Ton­nen Grill­koh­le wer­den jähr­lich in Deutsch­land ver­braucht, wie der World Wild­life Fund (WWF) in sei­ner 2018 ver­öf­fent­lich­ten Markt­ana­ly­se Grill­koh­le fest­stellt. Nur unge­fähr 40.000 Ton­nen die­ser Men­ge wer­den in Deutsch­land her­ge­stellt, der Rest wird impor­tiert: Und zwar aus Län­dern wie Para­gu­ay, Nige­ria, der Ukrai­ne und Polen (das wie­der­um unter ande­rem aus der Ukrai­ne und Nige­ria impor­tiert). Das alles sind Län­der, die nach Recher­chen des WWF von hohen Ent­wal­dungs­ra­ten, ille­ga­lem Wald­ein­schlag und Raub­bau an den Wäl­dern geprägt sind. In den vom WWF unter­such­ten Grill­koh­len fand sich unter ande­rem Tropenholz.

 

›Die nichts­ah­nen­den Kun­den kau­fen qua­si die ille­ga­le Wald­zer­stö­rung in 3 kg-Por­tio­nen für 1,99 EUR im Sack‹

 

Um den Import von ille­gal geschla­ge­nem Holz nach Euro­pa ein­zu­däm­men, hat die EU zwar eine Han­dels­ver­ord­nung erlas­sen. Das Pro­blem: Die­se Ver­ord­nung gilt nicht für Holz­koh­le. Das bedeu­tet, dass impor­tier­te Holz­koh­le in Euro­pa nur um- oder abge­füllt wer­den muss, um als ›euro­päisch‹ durch­zu­ge­hen. Trans­pa­renz und Kon­trol­le: Fehl­an­zei­ge. Auf vie­len Ver­pa­ckun­gen in LEH und Dis­coun­ter fin­den sich kei­ne oder nur äußerst vage Anga­ben zur Her­kunft des Hol­zes. ›Die nichts­ah­nen­den Kun­den in Deutsch­land kau­fen qua­si die ille­ga­le Wald­zer­stö­rung in 3 kg-Por­tio­nen für 1,99 EUR im Sack‹, fas­sen die Autoren der Ana­ly­se bei­ßend zusammen.

 

Es geht auch anders

 

Das FSC- oder PEFC-Sie­gel auf dem Sack sowie eine kla­re Her­kunfts­an­ga­be bie­ten wenigs­tens eine gewis­se Gewähr beim Ein­kauf. Natur­land-zer­ti­fi­ziert ist die Grill­koh­le von Nero: Nero ver­ar­bei­tet Holz, das im eben­falls Natur­land-zer­ti­fi­zier­ten Saar­brü­cker Stadt­wald anfällt und für die Möbel­pro­duk­ti­on unge­eig­net ist. Der Natur­schutz­bund Deutsch­land (NABU) emp­fiehlt die Grill-Bri­ketts Olio­Bric, die aus den Ker­nen, Scha­len und Frucht­fleisch­res­ten, die bei der Oli­ven-Ver­ar­bei­tung ent­ste­hen, her­ge­stellt wer­den. Da sie weni­ger Rauch und Fun­ken­flug ent­wi­ckeln, sol­len sie sich beson­ders gut für das Gril­len auf Ter­ras­se und Bal­kon eig­nen, so der NABU.

 

Wei­te­re Alter­na­ti­ven zur her­kömm­li­chen Holz­koh­le sind Reb­holz (Reben­glut), auch mit Feu­er­ma­te­ri­al aus Mais (zum Bei­spiel Mais­ter) oder Kokos­nuss (zum Bei­spiel KoKo­Ko) lässt sich der Grill behei­zen. Bis der deut­sche Grill­koh­le-Markt nach­hal­tig aus­ge­rich­tet ist, wird es ange­sichts der gewal­ti­gen Men­gen, über die wir hier reden, ver­mut­lich noch dau­ern – da wird es mehr als den Saar­brü­cker Stadt­wald brau­chen. Aber irgend­je­mand muss ja schließ­lich mal anfan­gen mit der Nach­fra­ge, oder?

 

Wenn’s mal feucht ist oder irgend­wie nicht funk­tio­niert, sind Grill­an­zün­der hilf­reich. Lei­der beruht ihre brand­be­schleu­ni­gen­de Wir­kung oft auf Kero­sin, Petro­le­um oder Par­af­fin – wenig nach­hal­tig und auch nicht lecker. Nach­hal­ti­ge Alter­na­ti­ven aus Stroh oder Zel­lu­lo­se erle­di­gen den Job auch und sind immer öfter sogar im Bio-Markt zu haben.

 

Wenn Bio-Plas­tik ­ver­rottet, wird kein wert­vol­ler Humus dar­aus. Bes­ten­falls zer­fal­len die Kunst­stof­fe wie­der in CO2 und Wasser.

 

Drum­her­um – Weni­ger wegwerfen

 

Ein­weg­grills sind genau­so ­nach­hal­tig wie der Name schon sagt: Sie ­wer­den qua­si für den Müll­ei­mer her­ge­stellt. Wenn es wenigs­tens funk­tio­nie­ren wür­de … tut es aber nicht wirk­lich. Die Grill-Com­mu­ni­ty ist sich einig: Der zu gerin­ge Abstand zwi­schen Grill­gut und Koh­le führt zum unbe­lieb­ten Effekt ›außen ver­brannt, innen noch roh› und das schmeckt nicht, da sind sich Fleisch­esser und Vega­ner aus­nahms­wei­se einig.

 

Hin­zu kommt, dass die Koh­le oft mit Che­mi­ka­li­en, bezie­hungs­wei­se einem inte­grier­ten Grill­an­zün­der ver­se­hen ist – die dann direkt ins Gegrill­te über­ge­hen. Dass das bil­li­ge Stück aus eigent­lich kost­ba­rem und mit hoher Umwelt­be­las­tung her­ge­stell­tem Alu­mi­ni­um besteht, kommt erschwe­rend hin­zu. Ein klei­ner Klapp­grill oder Gril­l­ei­mer eig­nen sich bes­ser als treue Beglei­ter für alle, die mobil gril­len möchten.

 

Mehr­weg bes­ser als Bio-Einweg

 

Apro­pos mobil gril­len: Manch­mal ist es schon läs­tig, Geschirr und Besteck mit­zu­schlep­pen, beson­ders wenn man in grö­ße­rer Grup­pe unter­wegs ist. Aber nach­hal­ti­ges Ein­weg­ge­schirr, gibt es das wirk­lich? Lei­der sind auch so genann­te Bio-Kunst­stof­fe aus nach­wach­sen­den Roh­stof­fen öko­lo­gisch nicht opti­mal. Zwar sind sie theo­re­tisch kom­pos­tier­bar. Da sie aber beim Sor­tie­ren von ­erd­öl­ba­sier­ten Kunst­stof­fen nicht zu unter­schei­den sind, wer­den sie auf dem Weg in die Kom­pos­tie­rungs­an­la­ge meist aus­sor­tiert. Für den hei­mi­schen Kom­post sind sie ohne­hin nicht geeig­net, weil sie hohe Tem­pe­ra­tu­ren und lan­ge Zeit zum Ver­rot­ten brau­chen. Und über­haupt: Kom­pos­tie­ren, das klingt gut. Aber wenn Bio-Plas­tik ver­rot­tet, wird kein wert­vol­ler Humus dar­aus. Bes­ten­falls zer­fal­len die Kunst­stof­fe wie­der in CO2 und Wasser.

 

Aber wie sieht es aus mit Tel­lern und Bechern aus Pflan­zen, zum Bei­spiel Palm­blät­tern oder Zucker­rohr? Wer par­tout nicht spü­len möch­te, ist hier bes­ser bedient, stell­te das Maga­zin Öko­test im ver­gan­ge­nen Juni fest. Doch auch hier ste­he eine res­sour­cen- und ener­gie­in­ten­si­ve Her­stel­lung einer rela­tiv kur­zen Nut­zungs­dau­er gegen­über. Eine ein­fa­che Lösung: Jeder bringt sein eige­nes Geschirr mit – so hält sich der Auf­wand des Schlep­pens und Spü­lens in Gren­zen. Und über­haupt: Am meis­ten Spaß macht das Gril­len doch mit einem Hauch von Impro­vi­sa­ti­on und ohne Per­fek­ti­ons­an­spruch – außer bei den Zutaten.

 

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