Koffein verdankt seinen Namen der Kaffeebohne, in der es entdeckt und aus der es isoliert wurde. Es ist die Substanz, die dafür sorgt, dass Kaffee munter macht.Die gute Nachricht: Anders als Alkohol oder Nikotin ist Koffein nicht grundsätzlich ungesund, auf die Menge kommt es an. Laut Bund für Risikobewertung ist für Erwachsene eine Einzeldosis von 200 mg Koffein okay — das entspricht zirka zwei Tassen Kaffee, zwei Dosen Energydrink, vier Tassen Tee, oder fünf Dosen Cola. Im Laufe des Tages dürfen es sogar bis zu 400 mg werden. Anders sieht es bei Kindern und Jugendlichen aus: Hier gilt eine tägliche Aufnahme von 3 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht gerade noch als vertretbar. Tatsächlich ist die Reaktion auf Koffein aber eine höchst individuelle Sache: Während manche Menschen sich schon schlaflos im Bett wälzen, wenn sie nachmittags noch eine Cola getrunken haben, können andere vor dem Schlafengehen noch eine Mate genießen (beide Spezies existieren zum Beispiel in der Bioboom-Redaktion).
Alternativen zu Kaffee und Tee
Koffein steckt in einer ganzen Reihe von Pflanzen, die von der Menschheit folgerichtig als Genussmittel entdeckt wurden: Allen voran Kaffee, Tee und Kakao, aber auch Mate, Guarana oder Guayusa. Während sie traditionell in ihren Herkunftsländern meist als Tee oder Aufguss getrunken werden, sind die Muntermacher hier vor allem bei den Kaltgetränken zu finden. Und weil herkömmliche Cola oder Energydrinks oft voller synthetischer Vitamine, Aromen und sonstigen Zusatzstoffen stecken, ist klar, dass Alternativen in Bio-Qualität immer gefragter sind.
Was Bio-Cola anders macht
Die Rezeptur des Limo-Klassikers Coca Cola ist bis heute geheim. Nicht geheim ist, dass auf der Zutatenliste unter anderem Farbstoff, Säuerungsmittel Phosphorsäure und Aroma stehen. Bei Bio-Cola beginnt die Qualität dagegen oft schon mit dem verwendeten Wasser, das häufig Mineralwasser ist. Statt Säuerungsmittel kommt Zitrone zum Einsatz, Gewürz- und Fruchtextrakte sorgen für den typischen Geschmack. Auch das eingesetzte Koffein ist meist nicht isoliert, sondern stammt aus natürlichen Quellen wie Guarana. Die Guarana-Pflanze ist im Amazonasgebiet Brasiliens beheimatet und wird dort traditionell von indigenen Bevölkerungsgruppen genutzt. Ihre Samen sind besonders reich an Koffein und werden getrocknet und gemahlen verwendet.
Mate: vom Traditions- zum Trendgetränk
Mate-Getränke verbinden den herb-frischen Geschmack des südamerikanischen Mate-Tees mit der prickelnden Leichtigkeit einer Limonade. Bio-Varianten können mit einer vergleichsweise übersichtlichen Rezeptur aus Mate-Aufguss, Wasser, Zucker, Zitrone und Kohlensäure auskommen. Auch Mate stammt aus Südamerika. Für den Aufguss werden die getrockneten Blätter des Mate-Strauchs (Ilex paraguariensis) verwendet, die von Natur aus Koffein enthalten. Traditionell wird Mate aus einem Gefäß mit einem Metallröhrchen getrunken; sein herb-grasiges Aroma und seine anregende Wirkung machen Mate in seiner Heimat seit Jahrhunderten zu einem beliebten Alltagsgetränk.
Guayusa: Die weniger bekannte
Eine weitere Pflanze aus dem südamerikanischen Regenwald, die reichlich Koffein mitbringt, ist die Stechpalmenart Guayusa: Sie hat sogar die höchste in Pflanzen bekannte Koffeinkonzentration. Auch sie wird von Indigenen vor Ort als Aufgussgetränk genossen und hat es nun in die deutschen Bio-Regale geschafft.
Die Sache mit dem Zucker
Anders als heiß aufgebrühter Kaffee oder Tee ist in den koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken immer auch Zucker enthalten — zuckerfreie oder »Zero«-Varianten gibt es im Bio-Sortiment nicht. Süßstoffe, deren Auswirkungen ja durchaus umstritten sind, sind in Bio-Produkten verboten. Wieviel Zucker im Produkt steckt, ist je nach Marke und Produkt unterschiedlich. Original Coca Cola enthält 10,6 Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Wir haben bei Bio-Cola geguckt: Unsere Stichprobe ergab Werte zwischen 7,7 und 10,0 Zucker, also tendenziell weniger, aber auch nicht wenig. Wie wir das einordnen? Wir finden: Bio-Cola und andere koffeinhaltige Muntermacher sind Genussmittel. Und als solche kann man sie auch hie und da aus vollem Herzen als Muntermacher genießen. Und ansonsten gibt es ja immer noch den (Bio-)Kaffee.
Leseempfehlung zum Thema: Alkoholalternativen → Promille Null. Genuss am Anschlag



