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Küchen-Basic
Gemü­se brühwarm

Ob direkt aus dem Glas, als Würfel oder Pulver: Gemüsebrühe ist ein Basic der vegetarisch-veganen Küche. Und wie so oft ist Bio die bessere Wahl.
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Ein sim­mern­der Topf auf dem Herd, köst­li­che Düf­te, die durch die Küche zie­hen, ein damp­fen­der Tel­ler auf dem Tisch: Beim The­ma Brü­he ent­ste­hen Bil­der von Ent­schleu­ni­gung, Sorg­falt und Für­sor­ge. Die aro­ma­ti­sche damp­fen­de Flüs­sig­keit schmeckt pur als Trink­brü­he. Gemü­se­brü­he ist fes­ter Bestand­teil von Fas­ten­ku­ren, sie tut gut als klei­ne Stär­kung zwi­schen­durch. Eine stark ein­ge­koch­te und kon­zen­trier­te Brü­he wird als Fond bezeich­net. Aber nicht nur pur oder als Grund­la­ge für Sup­pen und Ein­töp­fe kann sie punk­ten son­dern auch in Soßen oder im Risot­to. In der vege­ta­risch-vega­nen Bio-Küche über­neh­men aro­ma­ti­sche Gemü­se­brü­hen die Rol­le von Hühner‑, Rin­der- oder Fischfonds.

Der Brüh­wür­fel: Eines der ers­ten Convenience-Produkte

Doch auch wenn es eigent­lich nicht kom­pli­ziert ist, eine gute Brü­he zu kochen und es im Netz und in Koch­bü­chern jede Men­ge Rezep­te für selbst­ge­koch­te Brü­hen gibt: Im All­tag wird allein auf­grund des Zeit­auf­wands eine selbst­ge­koch­te Brü­he selbst für aus­ge­spro­chen koch­be­geis­ter­te Men­schen eher die Aus­nah­me als die Regel sein. Kein Wun­der, dass der Brüh­wür­fel eines der ältes­ten Con­ve­ni­ence-Pro­duk­te über­haupt ist. Bereits um 1880 kamen die ers­ten Brüh­wür­fel der Fir­ma Lie­big aus den Markt, 1909 folg­te die Fir­ma Mag­gi mit einer Inno­va­ti­on: Ihr Pro­dukt bestand nicht mehr aus Fleisch­ex­trakt und Fett, son­dern setz­te auf dena­tu­rier­tes Pflan­zen­ei­weiß — ähn­li­cher Geschmack, deut­lich güns­ti­ger (teu­re Zuta­ten durch bil­li­ge zu erset­zen ist ein Prin­zip, das seit Anbe­ginn der Indus­tria­li­sie­rung der Lebens­mit­tel bis heu­te ger­ne ange­wen­det wird.)

 

Bio bie­tet Alter­na­ti­ven zu Geschmacks­ver­stär­ker, Aro­men und Co.

Auch heu­te besteht ein kon­ven­tio­nel­ler Brüh­wür­fel aus Zuta­ten wie Jod­salz, Geschmacks­ver­stär­ker, Aro­men, Palm­fett, Mal­to­dex­trin, Son­nen­blu­men­öl, Kara­mell­zu­cker und Citro­nen­säu­re. Die Zuta­ten­lis­te einer kon­ven­tio­nel­len Gemü­se­brü­he (Pul­ver), laut Pro­dukt­be­schrei­bung »mit viel Gemü­se und Kräu­tern« beginnt mit: 44,5 % Würz­mi­schung (Jod­salz, Kur­ku­ma, Mus­kat­nuss, Pfef­fer), Kar­tof­fel­stär­ke, Zucker, gefolgt von natür­li­chen Aro­men, Zwie­beln und Karot­ten im 1‑stelligen Pro­zent­be­reich und noch­mals jeder Men­ge natür­li­cher Aro­men. Dabei wer­den Kar­tof­fel­stär­ke Zucker und Aro­men als »natür­li­che Zuta­ten« aus­ge­lobt. Dass eine gewür­fel­te, gekörn­te oder pul­ve­ri­sier­te Brü­he kein Match für eine stun­den­lang per­sön­lich gekö­chel­te Mischung lie­be­voll geschnip­pel­ter Bio-Gemü­se­res­te sein kann, das leuch­tet ein. Die span­nen­de Fra­ge lau­tet: Kann eine fer­ti­ge Bio-Gemü­se­brü­he ohne all die indus­tri­el­len Hel­fer­lein eine geschmacks­star­ke Alter­na­ti­ve lie­fern? Spoi­ler: Sie kann.

Fast wie selbstgekocht

Da wäre zum Bei­spiel der fer­tig gekoch­te Bio-Gemü­se­fond im Glas aus Eurem Bio-Markt: Hier ste­cken wirk­lich nur Gemü­se, Salz und gege­be­nen­falls Gewür­ze im Glas. Die­se kon­zen­trier­ten Fonds eig­nen sich beson­ders gut für Sup­pen, Soßen oder Risot­to. Die Pro­duk­te sind pur und hoch­wer­tig. Wer es noch kon­zen­trier­ter haben möch­te und das Was­ser lie­ber zu Hau­se hin­zu­fü­gen möch­te, kann zum Bei­spiel zu einer fri­schen Gemü­se­brü­he im Glas grei­fen: Hier steckt im Glas rohes Gemü­se, ein­ge­sal­zen und des­halb halt­bar, Gewür­ze und sonst nichts. Dank des inten­si­ven Geschmacks eig­net sie sich nicht nur für alle gän­gi­gen Gemü­se­brü­he-Anwen­dun­gen, son­dern auch als Wür­ze für Mari­na­den, Dres­sings oder Dips.

 

Bio-Con­ve­ni­ence: Mehr Gemü­se, weni­ger Salz

Aber auch die »tro­cke­nen« Gemü­se­brü­hen als Pul­ver oder Wür­fel haben ihren Platz in der vege­ta­risch-vega­nen Bio-Küche und damit auch im Bio-Regal. Sie sind lan­ge halt­bar, ste­hen ein­fach platz­spa­rend neben den Gewür­zen. Das ist ide­al für alle, die spon­tan kochen und auch sie eig­nen sich als Wür­ze für Pas­ta­saucen, brin­gen Geschmack in Ein­töp­fe und Gemü­se­pfan­nen — kein Wun­der, dass die Lis­te der Bio-Anbie­ter in der Bio-Daten­bank eco­in­form locker neun Sei­ten Tref­fer ergibt. Wer­fen wir doch mal einen Blick auf die Zuta­ten­lis­te einer Bio-Brü­he: Hier haben wir eben­falls Salz, dazu kom­men Reis­voll­korn­mehl, das für die rich­ti­ge Kon­sis­tenz sorgt, Hefe­ex­trakt, Gemü­se und Gewür­ze — fer­tig. Mitt­ler­wei­le gibt es auch zahl­rei­che Vari­an­ten, die salz­re­du­ziert sind. Der umstrit­te­ne Geschmacks­ver­stär­ker Glut­amat darf in Bio-Pro­duk­ten — eigent­lich klar — nicht ein­ge­setzt wer­den. Was in Bio-Gemü­se­brü­hen ste­cken darf, ist natür­li­che Glut­amin­säu­re, die aus dem häu­fig ein­ge­setz­ten Hefe-Extrakt stammt. Zusam­men mit dem eben­falls ent­hal­te­nen Salz kann sie zu Natri­um­glut­amat reagie­ren — die so ent­ste­hen­den Men­gen sind aber sehr gering. Wer das ver­mei­den möch­te, fin­det im Bio-Regal mitt­ler­wei­le auch zahl­rei­che hefe­freie Alternativen.

 


Lese­emp­feh­lung zum The­ma: Regio­nal­bei­la­gen → Reis­al­ter­na­ti­ven


 

Die­ser Bei­trag erschien in Aus­ga­be 112 — Herbst 2026

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