Das Magazin für
Kopf und Bauch

Das Magazin für
Kopf und Bauch

Rezepte

Getrüf­fel­te Süss­kar­tof­feln mit Ponzu

Die japanische Küche gilt nicht unbedingt als eine der vegan-freundlichsten der Welt: Wagyu-Rindfleisch, Thunfisch, gebratenes Huhn, Brühen aus Schwein und Trockenfisch… Und doch: Auch in Japan gibt es natürlich vegane Gerichte.
Süßkartoffeln mit Ponzu

Rezept Getrüffelte Süßkartoffeln
mit Pon­zu

Ergibt 4 Por­tio­nen | Zube­rei­tungs­zeit: geht schnell | Gar­zeit: 30–50 Minuten

Zuta­ten

Für die Süßkartoffeln

4 mit­tel­gro­ße Süß­kar­tof­feln
(etwa 600g), gewa­schen
1 EL Sesam­öl
4 EL Pon­zu (s.u.)

eini­ge Trop­fen Trüf­fel­öl oder, wenn Sie es sehr aus­ge­fal­len wol­len, 5 g fri­sche, schwar­ze, gerie­be­ne Trüffel

eini­ge Pri­sen schwar­ze und wei­ße
Sesam­sa­men (oder nur wei­ße, wenn sich schwar­ze nicht auf­trei­ben lassen).

 

 

Für die Pon­zu Sauce –

Ergibt etwa 250 ml

200 ml Soja­sauce
Saft von 2 Zitro­nen oder von 3–4
Limet­ten (oder eine Mischung aus bei­den, etwa 3 TL Saft ins­ge­samt)
20–30 g wei­ßer oder brau­ner  Zucker (nach Geschmack)
2 TL Speisestärke

Zube­rei­tung

»In Japan ver­kauft man geba­cke­ne Süß­kar­tof­feln von klei­nen moto­ri­sier­ten Vehi­keln aus. Sie wer­den dort gekocht und auf einem Bett aus hei­ßen Stei­nen warm­ge­hal­ten. Ich fin­de ihr honig­sü­ßes Aro­ma unwi­der­steh­lich. Japa­ni­sche Süß­kar­tof­feln schme­cken so aller­liebst, dass sie pur ver­kauft wer­den – ohne jeg­li­che Zutat. Das ist lecker, aber ich kann das so nicht in ein Koch­buch schrei­ben (»Zuta­ten: Süß­kar­tof­feln. Zube­rei­tung: Backen Sie* die Süß­kar­tof­feln. Ende«) Das Fol­gen­de ist ein gering­fü­gig kom­ple­xer Vor­schlag, der die Süße der Kar­tof­feln mit der Säu­re von Pon­zu ergänzt und ihren erdi­gen Geschmack mit einer Win­zig­keit Trüf­fel unter­streicht (Trüf­fel kann, muss nicht sein).«

 

 

*Anmer­kung der Redak­ti­on: Bit­te wun­dert Euch nicht. Tim siezt sei­ne Leser:innen. Wir haben uns ent­schie­den, sei­nen Ori­gi­nal­ton zu übernehmen.

 

 

Für die Süßkartoffeln

 

·  Hei­zen Sie den Back­ofen auf 220 °C vor. Bepin­seln Sie jede Süß­kar­tof­fel mit Sesam­öl. Wickeln Sie sie in Alu­fo­lie, legen Sie sie aufs Back­blech und backen Sie sie 30 bis 50 Minu­ten lang, bis sie durch­ge­gart sind. (Ich neh­me ein Ess­stäb­chen, um das zu tes­ten: Es soll­te leicht in und durch die gesam­te Kar­tof­fel hin­durch­glei­ten.) Neh­men Sie die Kar­tof­feln aus dem Ofen und las­sen Sie sie etwas abküh­len.
·  In der Zwi­schen­zeit rüh­ren Sie Pon­zu, Trüf­fel­öl, bzw. gerie­be­nen Trüf­fel und Sesam­öl zusam­men, das vom Ein­pin­seln übrig geblie­ben ist. Schnei­den Sie die Süß­kar­tof­feln auf und geben Sie die Pon­zu-Mischung dar­über. Mit Sesam­sa­men gar­niert servieren.

 

 
Für die Pon­zu Sauce
 
·  Rüh­ren Sie alles zusam­men, bis sich der Zucker auf­ge­löst hat. Falls nötig, mit mehr Zucker abschme­cken (die Sau­ce soll­te nicht süß, aber auch nicht zu sau­er sein; fügen Sie Zucker hin­zu, falls Ihnen der Geschmack zu kan­tig ist).

J A P A N   E A S Y   V E G A N

Auch in Japan gibt es natür­lich vega­ne Gerich­te – und ande­re, wie Sushi oder Ramen, las­sen sich ganz ein­fach vega­ni­sie­ren. In »Japan easy vegan« ver­sam­melt der aus den USA stam­men­de und in Groß­bri­tan­ni­en leben­de Autor und Koch Tim Hen­der­son über 80 Rezep­te des moder­nen japa­ni­schen Soul Foods: Von Klas­si­kern wie Gemü­se-Tem­pura und Oni­gi­ri bis zu moder­nen Inter­pre­ta­tio­nen wie Blu­men­kohl-Katsu-Cur­ry oder fran­zö­si­sche Zwie­bel-Ramen. Auch Des­serts und Geträn­ke kom­men nicht zu kurz. Gut gefal­len haben uns die Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zu »uma­mi«, dem herz­haf­ten Geschmack, den wir fälsch­li­cher­wei­se oft nur mit tie­ri­schen Lebens­mit­teln verbinden.

 

Ihr erfahrt auch, was Ihr mit Zuta­ten wie Mirin, Dashi, Pan­ko oder Yuzu anstel­len könnt und wo Ihr sie bekommt – das macht das Buch span­nend nicht nur für Veganer:innen, son­dern für alle, die einen »easy« Ein­stieg in die japa­ni­sche Küche suchen. Tim Hen­der­sons Stil schrammt für unse­ren Geschmack manch­mal ein biss­chen haar­scharf an »zu lus­tig« vor­bei (»Schwie­rig­keits­grad: So ein­fach, dass Sie sich ein neu­es Hob­by suchen müs­sen, soll­ten die­se Rezep­te Ihr Koch­ta­lent über­stei­gen«). Trotz­dem: Das Buch füllt defi­ni­tiv und kom­pe­tent eine Lücke im vega­nen Kochbuchregal!

Tim Anderson – »Japan easy vegan«
Erscheint am 15. März 2021
208 Seiten, gebunden, Südwest Verlag
32,00 € (D)
Japan easy vegan Cover
Tim Anderson – »Japan easy vegan«
Erscheint am 15. März 2021
208 Seiten, gebunden, Südwest Verlag
32,00 € (D)