BBM_26_113_Web_BioBaumwolle_Meldung

Bio-Baum­wol­le
EU-Bio-Ver­ord­nung erschwert Markt­zu­gang für Kleinbäuer:innen

Immer mehr Klein­bau­ern des Bio-Baum­wollan­baus keh­ren der EU-Bio-Ver­ord­nung und auch GOTS, dem welt­weit füh­ren­den Stan­dard für Bio-Tex­ti­li­en, den Rücken. Hin­ter­grund sind die ver­schärf­ten Regu­la­ri­en. Vor allem für Kleinbäuer:innen sei­en die zusätz­lich ver­lang­ten Kon­trol­len und Doku­men­ta­tio­nen per­so­nell und wirt­schaft­lich nicht mehr leist­bar, berich­tet die Bio-Tex­til­mar­ke Cotonea.

Damit ste­hen dem Markt trotz welt­weit stei­gen­der Nach­fra­ge nach Bio-Tex­ti­li­en weni­ger zer­ti­fi­zier­te Flä­chen zur Ver­fü­gung. 2022 wur­de Baum­wol­le expli­zit in die Bio-Ver­ord­nung 2018/848 auf­ge­nom­men. Durch stren­ge Kon­for­mi­täts­vor­ga­ben, ins­be­son­de­re bei Impor­ten aus Dritt­län­dern, soll­te ein ein­heit­li­ches Qua­li­täts­ni­veau für Bio-Roh­stof­fe geschaf­fen und Betrug vor­ge­beugt wer­den, ähn­lich bei den ver­schärf­ten GOTS-Richtlinien.

Die­se eigent­lich löb­li­che Absicht bedeu­tet aller­dings für vie­le Anbau­en­de, dass sie — durch Mehr­auf­wand ver­ur­sacht — bis zu 35 Pro­zent ihres erziel­ba­ren Ver­kaufs­prei­ses allei­ne für Zer­ti­fi­zie­run­gen ent­rich­ten müs­sen und das ange­sichts eines ohne­hin zu nied­ri­gen Welt­markt­prei­ses. Auch für Bio-Tex­til­un­ter­neh­men ist die Situa­ti­on her­aus­for­dernd: Sie müs­sen sich nach neu­en Part­ner­schaf­ten umtun, die die neu­en Anfor­de­run­gen zur Zer­ti­fi­zie­rung tra­gen wol­len und können.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner