Immer mehr Kleinbauern des Bio-Baumwollanbaus kehren der EU-Bio-Verordnung und auch GOTS, dem weltweit führenden Standard für Bio-Textilien, den Rücken. Hintergrund sind die verschärften Regularien. Vor allem für Kleinbäuer:innen seien die zusätzlich verlangten Kontrollen und Dokumentationen personell und wirtschaftlich nicht mehr leistbar, berichtet die Bio-Textilmarke Cotonea.
Damit stehen dem Markt trotz weltweit steigender Nachfrage nach Bio-Textilien weniger zertifizierte Flächen zur Verfügung. 2022 wurde Baumwolle explizit in die Bio-Verordnung 2018/848 aufgenommen. Durch strenge Konformitätsvorgaben, insbesondere bei Importen aus Drittländern, sollte ein einheitliches Qualitätsniveau für Bio-Rohstoffe geschaffen und Betrug vorgebeugt werden, ähnlich bei den verschärften GOTS-Richtlinien.
Diese eigentlich löbliche Absicht bedeutet allerdings für viele Anbauende, dass sie — durch Mehraufwand verursacht — bis zu 35 Prozent ihres erzielbaren Verkaufspreises alleine für Zertifizierungen entrichten müssen und das angesichts eines ohnehin zu niedrigen Weltmarktpreises. Auch für Bio-Textilunternehmen ist die Situation herausfordernd: Sie müssen sich nach neuen Partnerschaften umtun, die die neuen Anforderungen zur Zertifizierung tragen wollen und können.